Konzept

Spiel und Spielen, die Arbeit der Kinder

– „ Sie spielen ja nur“  –

Spielformen

Spielendes Verhalten reicht von spontanen Augenblickseinfällen bis hin zu differenzierten Absprachen und Planungen; situationsgebundene Wiederholungen und Rituale gehören ebenso dazu wie für uns Erwachse manchmal kaum nachvollziehbare Handlungsfreiheiten. Spielen kann Leichtigkeit und Freude ebenso wie Anspannung und Ernsthaftigkeit zum Ausdruck bringen. Es kann abgegrenztes Verhalten wie auch ein gruppenorientiertes und gruppenförderndes Erlebnis sein.

Spiel zu definieren ist etwas, was uns als Erwachsene in unserem analytischen Denken in dem Sinne, das es sich in Unterscheidung zu anderen Handlungen, beschreiben lässt, nicht ganz leicht fällt.

Im Spiel werden Wirklichkeiten und Erlebtes nachgespielt, Wirklichkeiten verändert und somit neue Wirklichkeiten geschaffen. In diesen neuen, voller Fantasie, Kreativität und Spontanität steckenden Realitäten werden Verhalten und Handlungsmöglichkeiten erprobt, eingeübt oder vielleicht auch wieder verworfen.

Das kindliche Spielen ist einerseits eine unverzichtbare Alltäglichkeit, andererseits ist es nach wie vor ein beeindruckendes Rätsel.

Gesunde Kinder spielen wo immer sich ihnen eine Gelegenheit bietet. Sie spielen im Regen, springen in Pfützen und untersuchen Schlamm und Regenwürmer – und wir? Sandkiste, Waschraum, Abstellkammer, Weidenecke und Küche sind nur einige der Örtlichkeiten, die von Kindern nur allzu gern zum Spielplatz und damit zu ihrem Hoheitsgebiet erklärt werden  –  soweit wir sie denn lassen. Kinder sind in der Regel großzügiger: Wir dürfen mitspielen.

Im Spiel erproben Kinder den Umgang mit sich selbst und mit anderen. Sie erspielen sich Erfahrungen und Kompetenzen auf allen nur erdenklichen Gebieten. Die Fähigkeit spielen zu können, im Zusammenhang mit den ihnen gebotenen Spielmöglichkeiten, sichert und gestaltet ihnen ihre soziale und berufliche Zukunft.  Denn zum Spielen gehören Fähigkeiten,  wie sich einordnen, für eigene Interessen einzutreten und Fehlschläge ertragen und annehmen.  Streiten und Versöhnen, Abstimmung und Planung mit anderen, aber auch die persönliche Abgrenzung gehören zum Spiel. Fingerfertigkeit und das logische Denken und vieles mehr werden spielerisch entwickelt und gefördert. Spielformen und Spielinnhalte sind so vielfältig wie es z.B. das Leben im Elternhaus und Kindergarten anbietet:  freies Spiel, Regelspiel, Einzelspiel, Gemeinschaftsspiel, Symbolspiel, Rollenspiel, Experimentierspiel und im Besonderen das „so-tun-als-ob-Spiel“ gehören dazu. Kinder werden von ihrer Umwelt, von ihrem Lebensraum zum spielen angeregt und sind in ihren Spielfähigkeiten bei weitem nicht auf das zu reduzieren, was wir ihnen als „Spielzeug“ anbieten und wir uns vorstellen können. Spielzeug ist für Kinder das, was für sie erreichbar ist und kann das sein, was ihnen vor gelebt wird.

Das Spiel im Leben und das Leben im Spiel sind ernsthafte Angelegenheiten.